MAGICAL KENYA,...die ethnischen Gruppen MAGICAL-KENYA,...Kenia Kultur Seite 1

 

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Bevölkerung

Wie immer man Kenyaner differenziert, ob als Völker, Ethnien oder Stämme (ein Ausdruck, der immer noch offiziell und auch in der Umgangssprache gebraucht wird), ihre kulturellen Ursprünge sind stets Unterschiedlich und vielfältig. Eine Zuordnung wäre einfach, wenn alle Menschen, die dieselbe Sprache sprächen und eine gemeinsame Kultur aufwiesen, auch dieselben physischen Merkmale besäßen. Aber die so genannten "Stämme" waren niemals geschlossene Gesellschaften, und die physischen Merkmale, Sprachen und Kulturen haben einander stets überlagert. Die meisten Familien stammen von verschiedenen ethnischen Gruppen ab, wobei Tradition immer noch entscheidend dafür ist, ob der "Stamm" eines Individuums durch die väterliche Linie oder die des Bruders der Mutter bestimmt wird.

Während der letzten rund sechzig Jahre sind die ethnischen Identitäten durch das Entstehen einer Klassengesellschaft und politische wie nationale Veränderungen undurchsichtiger geworden. Seit den chaotischen Wahlen von 1992 und 1997 vollzieht sich eine Besorgnis erregende Entwicklung. Politische Parteien spalten und organisieren sich nach tribalen Zugehörigkeiten, während zugleich die ethnische Gewalt zunimmt. Wenngleich die Zahl der Morde  und Überfälle, überwiegend in abgelegenen Teilen des Rift Valley, im afrikanischen Vergleich gering ist, stellen sie doch auf nationaler Ebene ein großes Problem dar - den möglichen Zerfall der Nation.

 

 

Bezeichnungen und Gruppen

In den meisten Büchern über Kenya werden seit langem die immer gleichen ungelenken Termini verwendet: "Bantu" und "Nilotisch" bezeichnen Sprachfamilien (wie "Indogermanisch" oder Semitisch" und, auf den rein linguistischen Begriff begrenzt, sind sie auch zutreffend. Aber "hamitisch", ein Ausdruck, der ab und zu auftaucht, sagt so gut wie gar nichts aus und hat überdies einen rassistischen Unterton. "Hamitische Einflüsse" wurden in der Vergangenheit vielen technologischen, sozialen und politischen Errungenschaften Schwarzafrikas zugeschrieben. Die Erklärung dafür findet sich schon in der Bibel. Aus ihr spricht das alte europäische Vorurteil, dass hellhäutige, schmallippigen Menschen mit weniger platter Nase intelligenter als die übrigen Afrikaner seien. Erhärtet wird dies noch durch die Herkunft der "Hamiten" aus dem nördlichen Afrika und ihrer angeblich oder tatsächlichen Verwandtschaft mit den alten Mittelmeer-Kulturen.

Die Bezeichnung "Nilo-Hamiten", die oft für die Maasai und andere nomadisierende Hirten, die bei den Europäern hoch im Ansehen Standen, gebracht wird, macht die Dinge nur nach komplizierter. Sie impliziert all die kulturellen, sprachlichen und rassischen Überschneidungen, die das Erbe der meisten Kenyaner sind, ohne die Idee der rassischen Überlegenheit der Nordafrikaner auszuklammern. Was ihre äußere Erscheinung angeht, so weisen Angehörige mancher Ethnien eher "negroide" Züge auf, andere dagegen mehr "kaukasische". Diese lassen zwar auf unterschiedliche Vorfahren schließen, haben jedoch mit der Sprache oder Kultur einer bestimmten Volksgruppe wenig zu tun, wie man während einer Reise durch das Land schnell feststellen wird. Die rassistischen Vorurteile der "alten" Kolonisten entbehrten jeder Grundlage.

Kenyas größte ethnische Gruppe stellen die überwiegend im Landeszentrum beheimateten Kikuyu dar, die rund 20% der Gesamtbevölkerung ausmachen, gefolgt von den Luo aus der Region Nyanza rings um Kisumu mit ca. 14%. Die Luhya aus West-Kenya stellen 13%, die Akamba aus dem Osten des Landes mit dem Zentrum Machakos 11%, und weitere 11% machen die Kalenjin im Rift Valley aus. Viele Touristen sind sehr erstaunt darüber, dass - neben anderen kleineren ethnischen Gruppierungen - der Bevölkerungsanteil der Maasai nur ungefähr 1,4% beträgt.

Abgesehen von den indigenen Völkern, die ungefähr 99% der kenyanischen Bevölkerung ausmachen, gibt es in Kenya eine umfangreiche Gruppe von Asiaten. Sie umfasst ca. 100 000 Menschen, von denen die meisten in Nairobi, Mombasa, Kisumu und Nakuru leben. Es handelt sich um die Enkel und Urenkel jener Arbeiter, die zum Eisenbahnbau ins Land geholt wurden, und jener, die ihnen nachfolgten, um Handel zu treiben und ein Geschäft aufzubauen. Viele dieser Familien leben seit Jahrhunderten in Kenya, insbesondere an der Küste entlang des Indischen Ozeans. Es sind überwiegend Punjabi und Gujarati sprechende Inder aus Nordwestindien und Pakistan, die heutzutage das Geschäftsleben dominieren. Außerdem gibt es noch eine verstreute Gemeinde von Christen aus Goa, die an ihren portugiesischen Nachnamen zu erkennen sind. An der Küste hat sich außerdem eine feste, wenn auch im Schwinden begriffene Gruppe Arabisch-Sprechender etabliert.

Zu guter Letzt gibt es noch ungefähr 34 000 Kenyaner europäischen Ursprungs, die im Hochland leben, eine bunte Mischung, die von Nachkommen britischer Beamter bis zu denen italienischer Aristokraten reicht. Manche pflegen bis zum heutigen Tag einen ziemlich unzeitgemäßen kolonialen Lebensstil, und einige der Älteren bekleiden immer noch Verwaltungsposten. In zunehmenden Maße wenden sie sich aber dem Tourismus als Erwerbsquelle zu.

Quelle: KENYA, Richard Trillo

 

 

 

 

 

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