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Kunst und Kultur in Kenia

Ist es Menschen auch heute noch möglich, ihre überlieferte Kultur, als Ausdruck ihrer Einzigartigkeit zu bewahren?

Ist auch in der heutigen Zeit noch Platz für traditionelle Zeremonien und Initiationsriten? Gibt es noch Gründe, Perlen zu Schmuck zu verarbeiten oder Kopfstützen aus Holz schnitzen deren symbolische Bedeutung in Vergessenheit gerät?

Für alle diejenigen, die solche Objekte anfertigen und benutzen, die sie schätzen und hüten, lautet die Antwort ja

 

                     Kamba - Kürbisflasche mit einem Büffelmotiv   

Jede afrikanische Kunst und Kultur ist vor allen durch zwei Faktoren geprägt: die verfügbaren Materialien und Überlieferungen einerseits, sowie die Einflüsse fremder Kulturen andererseits. Afrika wurde auch durch Handel, Plünderungen und Entdeckungsreisen geprägt, und seine Kulturen spiegeln diese Geschichte wider. Seit vielen Jahrhunderten ist der afrikanische Kontinent dem Zugriff europäischer und asiatischer Völker ausgesetzt. Jeder Kontakt, ob friedlich oder gewaltsam, brachte neue Ideen, Materialien und Techniken mit sich, die von einheimischen Kulturen in verschiedenem Maße aufgenommen wurden.

Im Kontakt zwischen Afrikanern und Außenstehenden sind viele traditionelle Bräuche untergegangen; doch Veränderungen hat Afrika nicht erst durch einige Jahrhunderte europäischer Kolonialherrschaft erlebt: Denn schon lange vor den Missionaren und Entdeckungsreisen den, Kolonisatoren und Eroberern waren afrikanische Völker in Bewegung. Die Kulturen waren einem ständigen Wandel unterworfen, als die Menschen vom Norden und Westen ins Zentrum, den Osten und den Süden zogen. Auf diesen Wanderungen entdeckten sie neue Werkstoffe zum Bau von Häuser und Gebrauchsgegenstände. Wandel kann neue Tradition entstehen lassen; ihn aufhalten zu wollen, hieße sich der menschlichen Natur  im Wege stellen. Mancher Wandel ist naturgegeben, bedingt durch klimatische und geographische  Veränderungen. Doch in Afrika wurde er ebenso oft gewaltsam herbeigeführt; Man verschleppte Menschen als Sklaven, unterjochte Völker in Kolonialstaaten,  zwang ihnen fremde Religionen und Gesetze auf.  

Die von einem Volk angefertigten und verwendeten Gegenstände nennt man „materielle Kultur.“ Eine Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk kennen die traditionellen afrikanischen Gesellschaften dabei nicht. Gebrauchsgegenstände werden dekoriert, geschnitzt, mit Perlen geschmückt, graviert und anderweitig  verschönert – dem Können des Schöpfers und den  Motiven entsprechend - , aber sie sind nicht als Kunst intendiert. Viele afrikanische Sprachen besitzen kein Wort für „Kunst“, da sie den Gegenstand ohne Nutzwert kennzeichnen würden. In der traditionellen afrikanischen Kultur aber hat jedes Objekt seinen Nutzen – sei es nun Suppe  zu schöpfen oder den Ahnen im Tanz zu huldigen. Diese fehlende Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk  bleibt ein bedeutsamer Unterschied zu westlichen Kulturen.

Die afrikanischen Kulturen bestehen auf vielen Ebenen. Sie sind mit einem Stück Land, einer Region, einem bestimmten Ort verbunden. Sie sind auch Teil politischer Einheiten, der von den Europäern definierten Länder. Von Kolonialbürokraten im Sand oder auf falschen absurden Afrikakartengezogene Linien errichteten zwischen den afrikanischen Völkern künstliche  Schranken, die heute oft Grenzen unabhängiger Staaten sind. Als die meisten dieser Grenzen auf der Berliner Konferenz 1885/86festgelegt wurden, waren weite Teile Afrikas den Europäern unbekannt.   

Doch natürlich waren diese Landstriche von vielen Kulturen mit jeweils eigenen Sitten, Ritualen und Objekten von tiefer Bedeutung besiedelt. Es wäre arrogant zu glauben, dass eine solche Bedeutung nicht existiert, nur weil sie für den Außenstehenden nicht ersichtlich ist. Oft bleibt sie zwangsläufig verborgen, da ein großer Teil der materiellen Kultur Afrikas Ausdruck ganz bestimmter Gesellschaftsformen ist.

Mein Beruf und mein Hobby ist die Mode. Schon auf meiner ersten Reise durch Kenia ist mir der Schmuck der Maasai-Frauen  aufgefallen. Und natürlich die Gebrauchsgegenstände aus den verschiedenen Materialien, die Batiken mit den typischen Motiven und die Skulpturen aus Holz  und Speckstein.

Ja klar, ich weiß es werden viele dieser Gegenstände nur für die Touristen hergestellt. Aber wenn man zum Beispiel einen aus Holz angefertigten Gegenstand in die Hand nimmt, wird man   feststellen, die afrikanische Kunst ist ohne Schnörkel, schlicht und schön.

 Aber wo war der Ursprung?             

 

 

 
 

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